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CES

Maschinensätze für Grimsel 4 nach aktuellen Normen

21.05.2026
Bild: KWO / David Birri
Grimselsee und Räterichsbodensee. | Bild: KWO / David Birri

Maximilian Titzschkau

ist Experte Hydromechanik und Datenanalyse bei den KWO.

  • KWO AG
    3862 Innertkirchen
  • E-Mail

Die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) haben im März 2026 die Verträge für zwei Pumpturbinensätze für das neue Kraftwerk Grimsel 4 unterzeichnet. Die Maschinen weisen eine Leistungsaufnahme von rund 150 MW und eine Leistungsabgabe von 130 MW auf. Sie sind dank der geplanten Vollumrichtertechnologie stufenlos über den gesamten Leistungsbereich regulierbar. Sie werden einen wichtigen Beitrag zu einem stabilen Verteilnetz leisten sowie eine Engstelle im KWO-Anlagesystem schliessen. 

Die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen war für die KWO sowie die beteiligten Partner anspruchsvoll, da es heute in der Schweiz keine vergleichbare Anlage gibt. Die Projektbeteiligten haben daher ausgiebige Marktanalysen zur Evaluation des Standes der Technik durchgeführt.

Durch einen intensiven Austausch mit Maschinenlieferanten und Betreibern im In- und Ausland konnte die KWO schliesslich eine Ausschreibung publizieren, die den aktuellen Stand der Technik widerspiegelte.

Um die eingegangenen Offerten technisch fair und objektiv bewerten zu können, ist es unumgänglich, einheitliche Regeln und Standards zu verwenden. Hierzu wurden insbesondere bewährte Normen und Richtlinien europäischen Ursprungs wie VDI, EN, IEC und IEE herangezogen und als Angebotsbedingung zugrunde gelegt. In den jeweiligen Teilbereichen konnte so eine einheitliche Grundlage geschaffen werden, damit die Bewertung der Angebote nach klaren, allseits bekannten Kriterien erfolgen kann. Beispielsweise definieren die IEC 60609 die Bewertung des Kavitationsverhaltens oder die IEC 60193 die Vorgehensweise bei den Modellversuchen.

Da es sich bei den Maschinensätzen um Prototypen handelt, die in Lastbereichen betrieben werden, die bisher eher unüblich waren, ist es hilfreich, auf Regelwerke zugreifen zu können, die auch dann anwendbar sind, wenn es sich nicht um ein Standardprodukt handelt. Dass sich diese Regelwerke in der Praxis bewähren, ist auf die gute Zusammenarbeit zwischen Fachexperten aus Industrie, Betrieb und Forschung zurückzuführen, die gemeinsam an der Erstellung der Normen und Richtlinien arbeiten.

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