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Meinung
Dino Graf
Dino Graf

ist Präsident von E-mobile und Leiter Group Communication von Amag.

  • AMAG Group AG
    6330 Cham
  • email
05.03.2018  | 

Genfer Ideen

Bald öffnen sich die Tore des Autosalons in Genf. Dann werden sich die Autohersteller wieder ein Wettrennen liefern, wer die tollste Studie, die wichtigste Neuheit oder die spannendste Antriebstechnologie präsentieren wird. Klar ist schon jetzt, dass der Fokus auf neuen Antriebsformen liegen wird, egal ob klassischer Verbrenner mit neuen Treibstoffen, Hybrid, Akku-Elektroantrieb oder Brennstoffzelle. Darf man den Aussagen glauben, so wird die Kombination Akku/Elektroantrieb in den kommenden Jahren den Markt am wesentlichsten verändern.

Doch streiten sich die Experten, wie schnell das gehen wird – wie schnell alle Ankündigungen wahr gemacht werden. Und wie schnell man auf der Strasse effektiv eine Veränderung wahrnehmen wird.

Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz rund 314000 Neuwagen verkauft, davon hatten etwa 4500 einen Elektroantrieb, das sind 1,5% der Neuzulassungen. Für das Jahr 2025 gibt es Prognosen, dass rund 25 % aller dann verkauften Neufahrzeuge einen elektrischen Antrieb haben werden. Das heisst im Umkehrschluss, dass immer noch drei Viertel konventionell angetrieben sein werden. Bleiben wir bei rund 315000 Neuzulassungen im Jahr 2025, so sind das immer noch rund 235000 neue Verbrenner.

Wenn man nun in Betracht zieht, dass ein Auto rund 15 Jahre genutzt wird, dann werden diese 235 000 Fahrzeuge erst 2040 ausser Verkehr gesetzt.

Nimmt man den Personenwagenbestand Schweiz von 2016 mit über 4,5 Millionen Autos volumenmässig unverändert als Grundlage und rechnet die Zuwachsraten von Elektrofahrzeugen der kommenden Jahre dazu, sind 2025 immer noch 4,2 Millionen Autos in der Schweiz mit herkömmlicher Technik unterwegs, 2030 sind es noch rund 3 Millionen. Entsprechend wird es noch sehr lange dauern, bis die Mehrheit in der Schweiz «elektrisch» unterwegs sein wird.

Markante Veränderungen wird es nur geben, wenn sich die Rahmenbedingungen drastisch verändern, doch das ist aktuell nicht absehbar. Aber freuen wir uns jetzt einfach mal auf die «Genfer Ideen» für die Zukunft.

Downloads

  • G_1803_Perspektiven (PDF)

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