Der Präsident Dr. Dieter Reichelt eröffnete die 142. Generalversammlung mit einer herzlichen Begrüssung und bedankte sich für die Gastfreundschaft der CKW. Er wies darauf hin, dass er seine Amtsperiode nun beendet und pensioniert wird.
Er blickte zurück auf seine Amtszeit, die von verschiedenen Herausforderungen geprägt war, und wies mit Blick nach vorne auf die nächsten Schritte hin. Es gehe darum, Kunden zu Mitgliedern zu machen und Mitglieder zu Kunden. Der Schlüssel hierfür liegt darin, die einzigartigen Stärken von Electrosuisse noch besser zu kombinieren. So wird die Rolle von Electrosuisse als strukturierende Kraft in der schweizerischen Energiebranche noch wirksamer.
Als Beispiel für die kontinuierliche Weiterentwicklung nannte er das Fachmagazin electra.ch, das Elektrofachpersonen eine moderne Plattform für Information und Austausch bietet. Ebenso spiele die mitgliederorientierte Fachkommunikation eine zentrale Rolle, um diese im rasanten technologischen Wandel zu unterstützen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Zum Abschluss zeigte sich Dr. Reichelt zufrieden: Er übergibt seinem Nachfolger eine finanziell solide und strategisch gut aufgestellte Organisation, die bestens für die zukünftigen Herausforderungen gerüstet ist. Ein ausführliches Interview zur Zukunft von Electrosuisse ist in Bulletin 3/2026 erschienen.
Der Geschäftsführer Dr. Björn Avak warf anschliessend in seiner Rede einen Blick auf das Geschäftsjahr 2025. Das Geschäftsjahr war geprägt von einem stabilen Geschäftsgang und einem gesunden, organischen Wachstum. Elektrizität ist ein Grundstein der modernen Gesellschaft, und Electrosuisse sorgt dafür, dass diese Grundlage sicher und nachhaltig ist, indem sie Menschen, Disziplinen und Branchen vernetzt. Er illustrierte diese Punkte mit Beispielen konkreter Leistungen für Mitglieder und Kunden. Auch die Mitgliederentwicklung war erfreulich. Dank dem Ausbau der Leistungen konnte Electrosuisse vor allem im Segment der Elektrofachleute und Elektrofachfirmen hinzugewinnen.
Hinweise auf Höhepunkte des Jahres 2025 findet man auf www.electrosuisse.ch/de/report2025.
Jahresberichte der Fachgremien
Der Präsident des Fachvorstandes CES, Micha Röllinghoff, informierte über die Aktivitäten in der Normung. Die Ziele, die Schweizer Interessen international zu wahren und das Fachwissen und Fachpersonen nachhaltig zu sichern, wurden erreicht. Zudem wurden zwei Experten mit dem IEC 1902 Award ausgezeichnet. Um zukunftssicher zu bleiben, wird der Fokus auf der Digitalisierung, dem Wissenserhalt und dem Schutz des geistigen Eigentums liegen. Rund 1200 Fachpersonen sind nun in rund 115 technischen Gremien aktiv. Seit einiger Zeit ist zu beobachten, dass es zunehmend schwieriger wird, Personen für die Mitarbeit an Normen zu gewinnen.
Stellvertretend für den Präsidenten des Expert Board Electrosuisse, Lukas Küng, der an der Teilnahme verhindert war, informierte Björn Avak über die Aktivitäten des vergangenen Jahres. Die durchgeführten Fachtagungen zu aktuellen Themen wie Lieferketten, technischer Nachwuchs sowie technische Innovationen stiessen auf reges Interesse und waren gut besucht.
Im Hinblick auf die Weiterentwicklung – insbesondere im Kontext des Next Generation Network (NGN) – steht die gezielte Förderung des Nachwuchses im Fokus. So soll der Anteil der Teilnehmenden unter 35 Jahren weiter erhöht werden. Gleichzeitig bleibt die ausgewogene Zusammensetzung der Teilnehmenden ein zentrales Anliegen, um den fachlichen Austausch innerhalb des Netzwerks nachhaltig zu stärken.
Der Präsident des Schweizerischen Nationalkomitees Cigre, Rudolf Meier, erläuterte die Aufgaben von Cigre und ging näher auf gewisse Anlässe ein, u.a. die Initiativen wie Women in Energy und das Next Generation Network. Im Fokus standen praxisnahe Veranstaltungen wie die Besichtigung zum Beispiel des Pumpspeicherwerks Limmern, Nexans und Hivoduct. Er warf auch einen Blick zurück auf das Cired Geneva Meeting im Juni 2025, das 2654 Personen aus 72 Ländern besucht haben. Aus der Schweiz waren 84 Delegierte präsent.
Statutarischer Teil
Die Generalversammlung genehmigte sämtliche traktandierten Geschäfte.
Rücktritte und Wahlen im Vorstand von Electrosuisse
Der abtretende Präsident Dr. Dieter Reichelt wird in diesem Jahr das Pensionsalter erreichen und scheidet deshalb aus dem Vorstand aus.
Prof. Dr. Drazen Dujic ist infolge Erreichens der gemäss Statuten festgelegten maximalen Amtsdauer aus dem Vorstand ausgeschieden.
Neuwahlen
Nebst den statutarisch vorgeschriebenen Bestätigungswahlen wurden neu in den Vorstand von Electrosuisse gewählt: Federica Linder-Hunziker (Group CFO Pfiffner International AG), Dr. Lukas Küng (Geschäftsführer Primeo Netz AG) und Micha Röllinghoff (CTO Arthur Flury AG).
Präsidium
Zum neuen Präsidenten wurde Daniel Schafer gewählt. Daniel Schafer absolvierte sein Studium der Elektrotechnik an der ETH Lausanne (EPFL). Nach verschiedenen Stationen bei Elektroherstellern und Energieversorgern – zuletzt als CEO der Energie Wasser Bern (EWB) – ist er seit 2021 CEO der BLS AG. 2019 wurde er in den Vorstand von Electrosuisse gewählt und bekleidete seit 2025 die Funktion des Vizepräsidenten.
Ehrungen
In Anerkennung für ihr aktives Wirken und ihre ausserordentlichen Verdienste wurden Dr. Dieter Reichelt, Leiter Division Distribution bei Axpo Grid AG, zum Ehrenmitglied und Prof. Dr. Drazen Dujic, Leiter des Labors für Leistungselektronik an der EPFL, zum Fellow von Electrosuisse ernannt.
Referat
Zum Abschluss erläuterte Gabriela Hug, Professorin an der ETH Zürich, wie im Energienetz Erzeugung und Verbrauch aufeinander abgeglichen werden können, um ein stabiles Netz zu erhalten. Dabei kommen hauptsächlich zwei Prinzipien zum Einsatz: Einerseits der auf Prognosen basierende Fahrplan, andererseits der Echtzeit-Betrieb, bei dem die Frequenzabweichung genutzt wird, um Flexibilitäten zu steuern. Sie wies darauf hin, dass das optimale System auch von Entwicklungen in Nachbarländern und anderen externen Faktoren abhängt. Beim nötigen Ausbau von PV und Windkraft muss die fehlende rotierende Masse der Synchronmaschinen durch Leistungselektronik ersetzt werden, wodurch das System dynamischer wird. An der ETH wird zurzeit daran gearbeitet, wie man die Leistungselektronik nicht nur als Problem, sondern auch als Teil der Lösung einsetzen kann, um beispielsweise dynamische Tarife zur Steuerung einzusetzen. Mit solchen Tarifen können zwar durch die Synchronisation neue unerwünschte Spitzen entstehen, grundsätzlich eignen sie sich aber, um die Einspeisespitzen im Sommer zu reduzieren. Der Schlüssel für ihren wirksamen Einsatz zur Stabilisierung des Netzes ist die Automatisierung.
Ausblick
Die nächste Generalversammlung findet am 20. Mai 2027 in Freiburg statt.