Energienetze und die Pandemie
Es ist schwierig, in dieser Zeit der Pandemie eine eingehende Studie zu schreiben. Die Diskussion ist jetzt monothematisch: Coronavirus! Das Problem ist, dass die Analysen von gestern und heute bereits durch neue Fakten überholt werden. Und die Überlegungen für morgen werden durch die Entwicklung der Situation systematisch umgestossen.
Über Energienetze zu sprechen, scheint im Moment fast unangebracht. Was soll ich sagen? Dass sie sich bisher gut gehalten haben? Dass dieser Stresstest auch unseren Sektor unter Druck gesetzt hat? Das ist eigentlich vernachlässigbar im Vergleich zu gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Problemen.
Und ja, das Jahr schien auf der Welle der ökologischen Wende zu beginnen. Angeregt durch die Wahlergebnisse hatten alle damit begonnen, ihre Aktivitäten unter dem Aspekt der Umweltauswirkungen neu zu bewerten. Es gab keinen Karneval, der keine Massnahmen zur Reduzierung des Verbrauchs von Einwegmaterial vorstellte. Inzwischen hat sich das Problem des Einweggeschirrs leider von selbst gelöst. Umgekehrt ist jedoch eine erneute Wertschätzung für Einwegmaterialien zu verzeichnen, von denen einige ein Wettrennen um das Horten erfahren haben, da das Hygieneproblem zum zentralen Thema geworden ist.
In ähnlicher Weise zeigen Satellitenaufnahmen, wie stark die Massnahmen zur Einstellung der kommerziellen Tätigkeit auch die Luftverschmutzung reduziert haben. Aber niemandem ist entgangen, dass jetzt, nach der Gesundheit, das Problem natürlich die Wirtschaft geworden ist.
Kurz gesagt, alles ist ein wenig komplizierter und stärker miteinander verbunden, als man denken könnte oder wollte.
Zusätzlich zum Leid und den Schmerzen derjenigen, die direkt von ihr betroffen sind, lässt diese Pandemie die vor uns stehenden künftigen Herausforderungen nicht einfach erscheinen. Eine davon ist es, einen Weg zu finden, um Wirtschaftswachstum und Umweltschutz wirklich in Einklang zu bringen. Nicht, dass wir das nicht schon gewusst hätten, aber jetzt ist es vielleicht etwas klarer.