Zukunftsfähige Schaltanlagen
Anlagentagung – 17. September 2026
Mit der Elektrifizierung der Wärmebereitstellung und der Mobilität sowie der Zunahme an KI-Datenzentren steigt der Stromverbrauch. Was dies für Schaltanlagen und Unterwerke bedeutet, wurde an der Anlagentagung in Aarau diskutiert.
Dass die Geopolitik technologische Entwicklungen beeinflussen kann, schilderte Volkmar Baur von der Commerzbank AG: Die Nachfrage nach Metallen und seltenen Erden lässt sich dazu nutzen, um Machtpositionen zu stärken. Ein Beispiel ist China, das seltene Erden nur an diejenigen verkauft, die eine an politisch motivierte Bedingungen geknüpfte Lizenz erwerben.
Mehrere Vorträge waren der Nachhaltigkeit gewidmet. Flavia Zimmermann gab einen Einblick, wie Siemens die Nachhaltigkeit steigert – intern und bei vor- und nachgelagerten Prozessen. Da die nachgelagerten, durch die Endkunden verursachten Emissionen am grössten sind, kann ein gutes Produktdesign viel erreichen. Weitere Vorträge stellten biobasierte Isolierflüssigkeiten vor, aktuelle Regelungen für Isoliergase (F-Gas-Verordnung) sowie den Einsatz von Holz und Beton bei Trafostationen.
Aber es ging an der Tagung nicht nur um Hardware: Carina-Kairi Leuenberger von Swisscom zeigte Massnahmen für die OT-Security auf und präsentierte Learnings aus dem Angriff auf die polnische Energieinfrastruktur im Dezember 2025. Marco De Faveri von Hitachi Energy stellte eine Cigre Working Group vor, die sich mit dem Asset-Management und der Zustandsanalyse von Netzkomponenten befasst. Er erläuterte Sekundärtechnikkonzepte, die dafür sorgen, dass die von Unterwerken erzeugten grossen Datenmengen auch zu Wartungszwecken verwendet werden können.
Wie sich Anlagen schneller realisieren lassen, wurde an der vielseitigen Tagung mit digitalen Zwillingen, vorkonfigurierten Lösungen sowie modularen Bauweisen aufgezeigt.