Photovoltaik als stromerzeugendes Gestaltungselement
Symposium Solares Bauen, 9. September 2025, Regensdorf
Das Symposium Solares Bauen fand diesmal an einem industriegeschichtlich bedeutenden Ort statt: beim Bahnhof Regensdorf-Watt, wo früher Revox und Gretag Imaging an Innovationen arbeiteten. Auf diesem Areal entsteht nun Innovation auf eine andere Art, diesmal, um im neuen Stadtquartier «Zwhatt» Lebensqualität und Nachhaltigkeit zu realisieren. Ein Beispiel dafür ist ein Holzhochhaus mit Solarfassaden.
Wie Photovoltaik als selbstverständliches Gestaltungselement bei Hochhäusern genutzt werden kann, wurde in mehreren Vorträgen präsentiert. So stellten beispielsweise Oliver Lütjens und Thomas Padmanabhan die Kombination von Energie und Ausdruck anhand der Siedlung Hirzenbach und der Wohnüberbauung Göbli vor. Dort werden kostengünstiges Bauen, ein angenehmer Lebensraum und erneuerbare Energien vereint. Für die Siedlung Göbli wurden Balkonbrüstungen, Seitenfassaden und Dächer mit PV ausgestattet – auf architektonisch ansprechende Weise, die sich in die offene Landschaft am Zugersee einfügt.
Philipp Molter zeigte auf, wie sich Hochhäuser aus der Nachkriegszeit in effiziente und schönere Gebäude umwandeln lassen. Dabei war auch die Entsorgung der alten Fassadenteile, teilweise mit Asbest, ein Thema. Sein strategischer Appell lautete deshalb: «Design for Disassembly – damit wir in 50 Jahren nicht die gleichen Probleme haben wie heute.» Er wies auf eine spezifisch deutsche Herausforderung hin: Bei PV auf Gebäuden wird rechtlich aus einer Immofirma ein Stromanbieter, der eine höhere Mehrwertsteuer bezahlen muss. Um dies zu vermeiden, wurde der PV-Anteil am erwähnten Hochhaus reduziert.
Anschliessend stellten praxisnahe Präsentationen die Herausforderungen bestehender Solargebäuden vor. Es genüge nämlich nicht, Solargebäude einfach zu bauen. Damit sie effizient bleiben, müssen sie auch gewartet werden. Als Beispiel diente der Grosspeter-Tower, der zwischen 2014 und 2017 gebaut wurde und dessen Fassade eine Leistung von 540 kW hat. Bei einer Fassadenfläche von 4800 m² ist der Wartungsbedarf beträchtlich.
Der Nachmittag stand im Zeichen neuer Trends. Pierluigi Bonomo, Supsi, stellte PV als Sprache vor. Eine PV-Zelle ist ein Buchstabe, ein PV-Panel ein Wort. Nun müssen wir lernen, diese Sprache zu sprechen, um Akzeptanz zu erreichen, ohne die die Energiewende nicht umgesetzt werden kann. Er ist überzeugt, dass die Architektur der beste Weg ist, um diese Akzeptanz zu erreichen.
Lena Kern von Swissolar stellte die Anforderungen an PV-Projekte vor: Wie wird die Anlage richtig verbaut und angeschlossen? Und wie kann ich den Solarstrom möglichst gewinnbringend verkaufen? Fragen, die ebenso wichtig sind wie die Akzeptanz.
Das Fazit des vielseitigen Symposiums: Ästhetik und Solarstromerzeugung schliessen sich nicht aus, sondern können sich gegenseitig inspirieren. Nachhaltigkeit und Photovoltaik sozusagen als Chance, die es zu nutzen gilt.