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Meinung
Meinung
Stefan Muster
Stefan Muster

war bis 30. September 2018 Bereichsleiter Wirtschaft und Regulierung des VSE.

  • VSE, 5000 Aarau
25.01.2018  | 

Grundversorgung grünblau

In Deutschland ist sie in vollem Gange und auch bei uns nimmt sie Fahrt auf, die Diskussion um die sogenannte Sektorkopplung, also die Kopplung der Sektoren Strom, Gas, Wärme, Mobilität und industrielle Prozesse mit verschiedenen Technologien. Die vorrangigen Ziele sind dabei die Dekarbonisierung, die Integration der erneuerbaren Energien und der Flexibilitäten in einem übergreifenden System zur Steigerung der Gesamtenergieeffizienz.

Die Substitution fossiler durch elektrische Anwendungen, beispielsweise durch Einsatz von Wärmepumpen statt Ölheizungen, wird zunächst vor allem eins bedeuten: eine Erhöhung des Stromverbrauchs. In Deutschland wird davon ausgegangen, dass die Dekarbonisierung insbesondere im Gebäude- und Mobilitätsbereich den Stromverbrauch um 30 % ansteigen lässt.

Zur Deckung des Stromverbrauchs empfiehlt das Uvek – unterlegt durch Studien, erschienen Ende 2017 – im Wesentlichen die Einbindung der Schweiz in den EU-Binnenmarkt, eine vollständige Strommarktöffnung und allenfalls die Einführung einer strategischen Reserve.

Der VSE zweifelt, ob diese Massnahmen ausreichen, um im heutigen Marktumfeld die Versorgungssicherheit aufrechterhalten oder gar die Ziele der Energiestrategie 2050 und der CO2-Minderungsziele erreichen zu können.

Das Parlament hat das offenbar ähnlich beurteilt und mit der Verabschiedung der Strategie Stromnetze Ende 2017 ermöglicht, dass Strom aus erneuerbaren Energien einschliesslich Wasserkraft dem Endverbraucher kostendeckend geliefert werden kann. Dadurch wird in einem eingeschränkten Bereich eine Investitionssicherheit zugunsten der Versorgungssicherheit, der Energiestrategie 2050 und der CO2-Reduktion geschaffen.

Die Fortführung dieses Gedankens im Falle einer vollständigen Strommarktöffnung wäre, jenen Endverbrauchern, die weiter in der Grundversorgung bleiben wollen, ausschliesslich Strom aus schweizerischen erneuerbaren Energien, einschliesslich Wasserkraft, zu liefern. Mit dieser grünblauen Grundversorgung könnte zumindest ein Teil der Ziele der Energiestrategie 2050, der CO2-Reduktion und der Erhöhung der Versorgungssicherheit verfolgt werden.

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