Die innovative Seite der Bahn
Bahntagung – 5. Mai 2026
Innovation wird oft mit Hype-Themen wie der KI in Verbindung gebracht, selten aber mit der Eisenbahn. Zu Unrecht, wie die diesjährige Bahntagung eindrucksvoll zeigte.
Bei der Bahn gibt es ein erstaunlich breites Spektrum an Innovationen. Beispielsweise im Sicherheitsbereich, wie Dani Danner anhand der Integration von sicherheitsrelevanten Systemen (ETCS) auf Bahnfahrzeugen erläuterte. Aber auch bei den Drehgestellen: Thomas Lehmann und Bastian Werkle präsentierten den Goldenpass-Express, der Montreux mit Interlaken auf zwei unterschiedlichen Spurweiten verbindet. Das neue Drehgestell erlaubt aber nicht nur die Anpassung der Spurweite, sondern auch der Höhe, was den Ein- und Ausstieg bei unterschiedlichen Perronhöhen komfortabel macht. Sogar die Betriebsspannung des Zuges wird jeweils von 900 V Gleichstrom auf 15 kV Wechselstrom umgestellt. Dies geschieht alles in Zweisimmen für den gesamten Zug in unter 10 Minuten.
Nach diesem Einstieg hatte man die Wahl zwischen zwei Streams: «Energie und Traktion» und «Automatisierung- und Digitalisierung». Im Energiestream erfuhr man, dass Strom bei den SBB nicht nur verbraucht wird, sondern auch produziert, unter anderem im Etzelwerk, das vom Sihlsee gespiesen und rund 12 % der für die SBB benötigten Energie liefert. Thomas Scholler erläuterte die aktuelle Erneuerung, bei der auch ein neues Dotierkraftwerk für die Restwasserabgabe gebaut und die Sihl im Sihlwald renaturiert wird.
International wurde es bei einem Abstecher nach Österreich, bei dem man die neu gebaute Koralmbahn kennenlernte, die die Reisezeit von Klagenfurt nach Graz von drei Stunden auf 41 Minuten reduziert. Und bei den Ausführungen von Didier Frugier, SNCF, der die vielen Innovationen des neuen TGV-M-Triebzugs vorstellte, die den Stromverbrauch um einen Fünftel senken.